Wissen und Handeln

Wenn man als gemeinsames Ziel hat die Zusammenhänge zu verstehen und Gemeinschaft zu gestalten, dann ist es auch ganz normal, dass man da zusammen daran arbeitet. „Entscheidend im Umgang mit Wissen ist es, Wissen zu teilen!“ (Bent Freiwald, Journalist)

Im Ziel EINE demokratische Welt zu schaffen, sind wir verbunden durch ein Ziel, das wir nur immer wieder gemeinsam anpeilen können.

„Wenn ich z. Bsp. in einer Unterrichtssituation eine Inspiration weitergeben möchte, dann gebe ich sie rein und gucke was damit geschieht.
Manchmal klappt es, manchmal nicht. Dieses Unberechenbare zu haben, den Reiz nicht festgelegt zu sein, sich nicht mehr auf Gewohnheiten stützen können, das interessiert mich. Dann ist erstmal ein Gerüst, an dem ich mich festhalten will, zerbröselt. Und dann kommt so eine Portion freier Raum…
Der Moment gemeinsam im Fluß zu sein, ist sehr beglückend… das sind Highlights, weil allein das im Fluß sein, Freude ist. Also es ist Freude am Miteinander, am Austausch, am Erkennen, am Sprechen, am Spüren, dass ich gerade eine Einsicht gewinne. Sowas.
Und, dass ich in Gegenwart anderer merke, dass ich nicht weiterweiß, das ist dann Augenhöhe! Das ist dann Augenhöhe, die entsteht… alle sind gleichberechtigt.“ (Lisa Freund in meinem Interviewpodcast)

„Zu vieles von unserem Wissen ist wie in einem Tresor aufbewahrt. Oder richtiger fast: eingesperrt.
Wir müssen es hinaustragen, das Wissen muss dazu da sein, dass es Menschen hilft, mit Ängsten umzugehen, zu erklären, wie wichtig Europa ist und was jeder von uns leisten kann, um die Politik in bedrohlichen Zeiten zu unterstützen – egal welchen Alters und welcher Herkunft.“ (Martin Roth im Gespräch mit seinen Kindern, in „WiderRede!“)

Das, was ich am sichersten weiß, weiß ich lange bevor ich es adäquat ausdrücken kann. Und lange bevor ich mich selbst daran halten kann.
Es liegt in meinem Gefühl für das was richtig ist.
Dieses Wissen muss ich bergen. Für dieses Wissen muss ich aufstehen.
„Und dabei ist es nicht die schlichte Vertrautheit mit dem Eigenen, was uns sicher macht, das Richtige zu verteidigen, sondern die Gewissheit, dass der Verteidigung wert ist, was allen Menschen gleichermaßen zugute kommt: Würde, Unversehrtheit, Freiheit und Recht“ ( Joachim Gauck in „Toleranz – einfach schwer“)

Es liegt in der Natur des Bewusstseins noch nicht zu verstehen. Und wenn ich wirklich verstehen will, wie das Gemeinsame geht, dann will ich es wirklich wissen.
Dann hole ich alles, was ich in Erfahrung bringen kann über das, was ich wissen will, so tief in mich rein, lasse es so nah an mich ran, und schaue es so genau an, dass ich es aus zig und aber zig Perspektiven und Blickwinkeln betrachte, um zu verstehen, warum das, wie es jetzt gemacht wird, so gemacht wird, und was es bewirkt. Und DANN entscheide ich selbst, was ich glaube, dass man es weglassen kann und was man hinzufügen sollte. Dann erweiter ich das Wissen, das da ist, durch meinen eigenen Standpunkt. Meinen Mut. Den Mut, für ein gemeinsames Richtig eigene Schritte zu gehen, und mich dafür selbst freiwillig dem Gemeinsamen hinzugeben.
Wissen erwerben, hat was damit zu tun, dass ich mich in meiner Menschlichkeit übe, indem ich sie anwende zum Wohle aller.

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