Coachin & Journalistin

Die Emotionale Aufklärung der Generation X

Ich bin 1975 geboren, konnte zurückschauen auf Kriege, irrsinnigen technischen Fortschritt und errungenen Frieden. Ich saß in einem Wohlstand, der bombensicher schien. Mein Gefühl privilegiert zu sein, war so groß wie mein Gefühl, dass ich mit meinen Eltern und meine Eltern mit ihren Eltern, so verstrickt waren, dass grundsätzlich gar nichts in Ordnung war, was ein gutes Zusammenleben betraf, trotz des Wohlstandes.

Ich habe mich der Aufklärung meiner Gefühle gewidmet. (In Bezug auf die Generationen vor mir, und was sie geleistet hatten, war diese Nische frei.) Ich wollte nicht verstrickt, ich wollte verbunden sein und in aller Konsequenz danach handeln. Ich bin meinem Schmerz begegnet. Ich habe gelernt, dass ich Fehler mache und alle anderen auch, und mir meine unerfüllten Ansprüche und Erwartungen selbst zu erfüllen, unabhängig davon, was die Anderen denken. Perspektiven nebeneinander zu stellen. Mich zu zivilisieren in meiner Wut. Zu handeln, mit Abstand zu meinen Gefühlen.

Mich meinen Gefühlen zu stellen und ihnen zu folgen war eine Bewusstseinsreise. Erst dachte ich, ich verliere alles. Dann dachte ich das nicht mehr. Meinem Gefühl zu folgen, hat mich gelehrt, wie ich mit Menschen umgehe, die sich wie ein Arschloch benehmen und kein Arschloch sind. Ich muss immer wieder Liebe entwickeln, wo keine ist. Und es ist schwer und schmerzlich, weil ich an diesen Stellen selbst so verletzt bin. Doch so ist es richtig und da geht es lang. Das ist meine Position. Aus ihr heraus entwickel ich die Klarheit, die es braucht, um in meinem Sinne wirksam zu sein, denn es geht es um was. Es geht um die Frage wie wir unterdrückender Macht wirkungsvoll entgegentreten.

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